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Das Institut für Neues Künstlerisches Denken – Institute for New Artistic Thinking (ifnat.net) wurde Ende November 2014 von Roland Schefferski und weiteren Künstlern gegründet, um neue Denkansätze für die Kunst zu entwickeln. Zentrale Austausch- und Diskussionsplattform des Instituts mit Sitz in Berlin ist dieser Blog, der exklusiv von eingeladenen Künstlern und Kulturinteressierten mit Inhalten bereichert werden kann. Beiträge können hier eingereicht werden. Sobald ein Künstler mit einem Beitrag im Blog vertreten ist, kann er weitere Personen einladen, Beiträge an ifnat.net zu senden.

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  1. Ampelgänger
    Eine unscheinbare Ampelanlage an der Karl-Marx-Strasse in Berlin. Ein unauffälliger Mann steht an der Ampel und wartet darauf, dass sie auf grün springt. Dann überquert er die Straße, dreht sich um, wartet, über-quert die Straße, dreht sich um, wartet, überquert die Straße… Nach zwei Stunden wird der Mann von einem ähnlich unauffälligen Mann abgelöst. Jede einzelne Phase der Ampel wird befolgt. Die städtische Signal-geber-Maschinerie wird zu 100 % genutzt. 24 Stunden lang. Tagsüber wird der Mann oft angesprochen. Spät nachts scheint sich die Situation in ein surreales Filmset mit einem allein gelassenen Akteur zu verwandeln. In den frühen Morgenstunden wirkt die Figur dann seltsam unwirklich, fast wie ein Androide.

    Traffic light walker
    At an unimpressive set of traffic lights on Karl-Marx Street in Berlin, an inconspicuous man waits for the lights to change and springs into action on green. He crosses the road, turns, waits, crosses the road, turns, waits, crosses the road… After two hours a similarly inconspicuous man replaces him. Every signal of the pedestrian light is obeyed. The urban signal generator machinery is 100% in use for 24 hours. During the day people often address him. Late at night the situation transforms into a surreal film set with one solitary character. In the early morning hours the figures’ work seems strangely unreal, almost like an android.

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  2. Das neue künstlerische Denken sehe ich mit Gesten verknüpft. Wenn man z.B. beim Klavierspielen die Unabhängigkeit der beiden Hände übt, muss eine Hand gegen die andere anspielen, gleichzeitig, was eine starke Konzentration erfordert. Ein Künstler, der laut denkt, wird nicht ständig mit den Fingern Anführungszeichen in die Luft schlagen, wenn etwas als metaphorisch oder ironisch hervorgehoben werden soll, eine „Untermalung“, die heute leider sehr verbreitet ist. Das meine ich ausdrücklich nicht, die Geste kann dem Gedanken – so wie die beiden unabhängig spielenden Klavierhände – sogar entgegenlaufen, ihn in Frage stellen. Ich könnte versuchen, mich an komplizierte kunsttheoretische Zusammenhänge zu erinnern und plötzlich mit der flachen Hand in eine Schüssel mit Wasser schlagen, die auf dem Tisch vergessen wurde…

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